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Blatno

 

     Blatno, früher Platten, lieegt am südlichen Abhang des Erzgebirges, fast 8 km SW von Chomutov, in der Seehöhe 660 m. Über dessen Besiedlung ist nichts Näheres bekannt. Dessen Geschichte kann man jedoch von der Blatná-Burg, später Schloss und Deutschritterorden nicht abtrennen.

 

     Wann genau wurde Blatno Besitz des Ordens ist bis jetzt nicht gelungen festzustellen. Es scheint jedoch bald nach der Ordenankunft nach Chomutov gewesen zu sein, da in den Urkunden aus Ende des 13. Jhs gibt es Erwähnungen über den Burgaufbau in Blatno. Auch die Keller jetzigen Gebäudes der Gemeindebehörde, die auf den Fundamenten ehemaliger Komende stehen, weisen auf das Ende des 13. Jhs hin. Die Vierflügelburg wurde befestigt, sie hatte einen Turm und zur Abwehr diente ihr zwei grosse und drei kleine Geschütze. Die Bedeutung der Blatno-Burg – Kommende – ist auch durch einen neuerrichteten Rang – Komtur von Blatno - belegt. Der unterliegt nicht der Chomutov-Kommende, sondern gleich dem Landskomtur.

 

      Der erste bisher bekannte geschlossene Bericht ist jedoch erst aus dem Jahre 1344. Man berichtet darin  über "Virius Bleystofer, commandator in Blatna". Bald danach siedelten sich um die Burg  die waldarbeiter und verschiedene Handwerker in den Burgleistungen herum. Bisher ist ersichtlich, die Ortschaft wurde planmässig auf einem alten Handelsweg von Sachsen nach Tschechien gegründet. In der Nähe der Kommende baute der Orden eine Kirche auf, die 1384 schon als eine Pfarrenkirche erwähnt ist. Daneben war auch ein Friedhof.

 

1403 Komtur in Blatno war Albrecht von Dubá. Der bisherige Komtur von Blatno Albrecht von Doupov übergab ihm den 15. 7. 1403 die schon erwähnte Geschütze, einen Topf Schiesspulver, 15 Bleistücke, 2 Helme und 18 Kuppen geschosse.

 

     Wenzel IV. zur Vergütung der Schulden nahm dem Orden 1404 Blatno ab und trat sie dem Burggrafen von Most Hynek von Kaufunk ab.

 

     Wie erlebte Blatno Hussitenkriege, wissen wir genau nicht. Nach verschiedenen Andeutungen konnte es 1421 von den Hussiten genommen werden, aber es ist nicht sicher. Zu jener Zeit verwaltete Blatno Vilém Zajíc von Hazenburk.

 

1437 gewan Jakoubek von Vřesovice die Chomutov Herrschaft mit Blatno in Verpfändung und nach ihm wechselten sich die Herren an Blatno, zusammen mit Chomutov. 1460 war die Burg von Blatno erwähnt als öde.

 

1564 kaufte Blatno Wenzel von Lobkovic, Sohn des Wenzels von Lobkovic verkaufte Blatno 1587 Bohuslav Jáchym, dem Sohn von Bohuslav Felix von Lobkovic. Im Besitz vom Haus  Lobkovic ist alles bis 1594 geblieben.

 

     Der Dreissigjährige Krieg ersparte nicht einmal hiesige Region – z.B. die Schweden drangen oft in die Tschechien über den Berg St. Sebestians oder Kalek und Blatno. Diesen Einfällen zufolge war ganzes dieses Berggebiet so verheert, dass fast niemand in den Dörfern lebte. Die Verwüstung war im Januar 1640 vom General Wrangel vollendet, der Blatno mit seinen Soldaten so viel ausplünderte, dass die übrige Bevölkerung zu diesem Jahr entweder vor Hunger oder an der Pest ausgestorben ist. 5 Jahre später wurde Blatno von schwedischen Soldaten überfallen, die das Dorf verbrannt und das Schloss zerstört hatten.

 

Neue Einwohner, Soldaten des Obersten Morzins, der die Besitzerin von Červený Hrádek verheiratete, mussten zuerst die Brandstätte aufräumen und dann alles wieder aufbauen. Es war wahrscheinlich schwer, aber 1654 waren dort schon gute Häuser und Viehzucht und Holzverkauf gewährte den Hauptunterhalt.

 

     Das Jahr 1771 war für Blatno bedeutend. In diesem Jahr wurde in Blatno Verzeichnis und Numerierung der Häuser durchgeführt und als Forstmeister ist hier Jan Ignác Ehrenwerth angetreten. Er war ein wirklicher Forstfachmann und er nutzte seine Kenntnisse im vollen Masse bei neuer Ordnung der Wälder von Červený Hrádek. 1773 war er auch Initiator der Eröffnung erster Forstschule im Österreich-Ungarn. Die Schule wurde in einem Jagdschloss eingeräumt und dank der Unterstützung des Herrschaftsbesitzers konnte Ehrenwerth völlig seine Fähigkeiten auch beim Lehren entwickeln.

 

     1776 wurde in Blatno das Gebäude einklassiger Schule aufgebaut und 1782 wurde ein Grundstein zur St. Michaelskirche gelegt.

 

     Der Anfang des 19.Jhs war für Blatno nicht günstig. 1809 wurde Blatno von einer Gruppe der westfälischen Soldaten besetzt.

 

     1838 wurde eine neue Pfarre aufgebaut. Sie verbrannte 10 Jahre später.

 

     1864 wurde das Gebäude alter Schule niedergerissen und and deren Stelle eine neue Schule aufgbaut – das Gebäude steht noch weiter.

 

     Die Einwohner von Blatno befassten sich meistens mit Landwirtschaft und Viehzucht. Am Ende des 19. Jhs gab es in Blatno schon ein Postamt, s.g. Reiffeisensamt, ein grosses und kleines Volkshaus für die Armen und ein Gesundheitsbezirk für Blatno und 7 anliegende Dörfer.

 

     1905 wurde in Blatno Wasserleitung aufgebaut und 1922 wurde Elektrizität aus Kadaň –Kraftwerk eingeführt.

 

     Die Aussiedlung deutscher Bevölkerung fing in Blatno und Bečov den 25. Sept 1945 an. Sie sind nach  Louny-Gebiet weggegangen, wo sie in der Landwirtschaft bis August 1946 arbeiteten, wenn sie nach Deutschland ausgesiedelt wurden. Auch nach teiliger Besiedlung des Dorfs lebten hier im Jahre 1950 nur 186 Menschen.

 

     Im Januar 1951 wurde vom Stadtrat ONV in Chomutov entschlossen die Dörfer Blatno, Bečov, Bernov, Gerštorf, Kvinov, Radenov in ein Dorf unter dem Namen Blatno vereinigt. Neue tschechische Namen angeschlossener Dörfer wurden ämtlich erst im Jahre 1952 festgelegt. 1954 wurde dann zu Blatná noch Šerchov und 1956 auch Hrádečná angeschlossen.

 

     Gegenwärtig wird in Blatno Kanalisation und Kläranlage gebaut. Laut urbanistischer Studie rechnet das Dorf mit Ausbau der Familienhäuser und ganzer Aufbereitung. An Stelle ehemaligen Friedhofes wird z.B. ein Denkmal, gewidmet den Gestorbenen errichtet werden.

 

 

 

Bečov

 

 

     Bečov, seit 1. 1. 1951 Teil von Blatno, liegt 7,4 km NW von Chomutov in der Seehöhe 620 m. Anfänge dessen Geschichte sind ganz unklar. A. Profous führt zwar an, dass "Betschou" 1207 im Vermögensverzeichnis des Zisterzienserklosters aufgeführt war, aber offensichtlich es kam daher zur Verwechslung mit Bečov im Bezirk Most.

 

     Der Name "Bethschov" entstand laut A. Profouse durch Suffix -ov zu männlichem persönlichen Name Bečka. K. Rösler erkennt die slawische Namenherkunft an, leitet ihn jedoch vom Namen Beč ab, der aus dem Verb bečeti entstand.

 

     Auch Bečov vermeidete nicht  die Ereignisse des Dreissigjährigen Kreiges, wenn es Brandschatzung zahlen musste. 1654, also kurz nach dessen Beendung, war es nach Angaben von Berní rula schon ganz in Ordnung.

 

     Die Schicksale von Bečov waren seit jeher knapp mit nicht weitem Blatno verbunden. Dort ging man auch in die Kirche und später auch in die Schule, zum Postamt und Arzt. Seit langem führte hierher auch eine einzige Strasse, die Bečov mit Umgebung verband. Die Strasse nach jetzigem Bezručov-Tal liess die Verwaltung des Grossgrundbesitzes von Červený Hrádek aufzubauen, sowie stellenweise bis 1895 auch im Felsen auszubrechen.

 

     Die Bevölkerung von Bečov befassten sich meistens mit Landwirtschaft und Viehzucht.

 

     Steigender Bedarf an Wasser in Chomutov zwang die Stadt den Stausee aufzubauen. Zum Ausbau wurde das Tal von Kamenička – linker Zufluss von Chomutovka im Kataster von Bečov ausgewählt. Der Ausbau des Stausees in den Jahren 1899 - 1904 beeinflusste beträchtlich hiesiges leben. Die Dammauer ist 163 m lang, 33,5 m hoch. Deren Breite beläuft sich von 30 m bei der Erdeu země po 4 m in der Krone. Die Überschwemmte Fläche ist 61 ha.

 

     Auf dem Kataster von Bečov stand auch Dolský mlýn (Mühle) im Tal von Bezruč. Ausser diesem Restaurant gab es noch gleich in Bečov noch das Knaf-Gasthaus.

 

     Elektrizität wurde ins Dorf aus dem Kraftwerk Kadaň im Jahre1922 über Suchdol eingeführt.

 

     Nach Aussiedlung deutscher Einwohner senkte sich die Anzahl der Einwohner beträchtlich und es ist seitdem nicht gelungen das Dorf völlig nachzusiedeln. Im Gegenteil die Einwohneranzahl nahm immer ab. Bečov wurde deshalb zum 1. 1. 1950 zu Blatno angegliedert und wechselte sich schrittweise in eine Erholungsortschaft, in der es im Jahre 1991 18 Erholungsobjekte gab.

 

     Die höhere Einwohneranzahl im Jahre 1900 hängte wahrscheinlich mit dem Stauseeausbau zusammen. Ende 1997 wurde in Bečov die öffentliche Beleuchtung komplett repariert.

 

 

Hrádečná

 

 

     Hrádečná, Teil von Blatno und früher Sperbersdorf, ist von Chomutov fast 5 km NNW entfernt und  derselbe Abstand gilt nur östlich nach Jirkov. Das Dorf liegt in der Seehöhe 525 m. in einiger Schlucht, abseits der Hauptverkehrswege.

 

     Wie der neue tschechische Name Hrádečná entstand, das lässt sich heute leider nicht feststellen. Es ist aber sehr wahrscheinlich,  dass der erste Teil deutschen Namens fälschlich für einen Substantiv Sperre betrachtet wurde. Das würde ein Weg abschliessendes Dorf – also Hrádečná bedeuten.

 

     Meistens wird aufgeführt, dass erste Erwähnungen über Sperbersdorf erst im Grundbuch von Chomutov aus den Jahren 1477 – 1479 sind. Eintragungen des Deutschritterordens führen jedoch den Erwerb einiger Dörfer in den Jahfren 1382 – 1386 auf, darunter auch Sperbersdorf.

 

     Hrádečná lag immer ausser den Hauptwegen sowie ausser Ereignisse aller Art. Dies kann es auch während des Dreissigjährigen Kriegs, wenn viele Ortschaften zerstört worden sind, bewahrt haben.

 

     Berní rula führt 1654, kurz nach dem Ende des Dreissigjährigen Kriegs, auf, dass Häuser gut, Felder fruchtbar sind und genügend Wiesen, und dass die Bevölkerung von Viehzucht und Fällen der Bäume, die sie in den Städten verkauft, lebt.

 

     Im 19. Jh wurde in Hrádečná eine Kapelle aufgebaut, die der Empfängnis der Heiligen Jungfrau eingeweiht worden ist. In der Kapelle gab es eine Glocke, mit der ein bestimmter Mensch immer morgens, mittags und frühabends zu läuten kam. Man läutete auch beim Todesfall und Begräbnis.

 

     Hrádečná war ein typisches Landwirtschaftsdorf. Noch im 19. Jh alle hiesige Einwohner waren – ausser zwei Schuhmachern –Landwirte oder Landwirtschaftsarbeiter.

 

     Mit den Nachbardörfern war Hrádečná lange nur durch Betriebswege verbunden. Aus der Strasse nach Chomutov bogen hier nur zwei Feldwege.

 

     1850 wurde Hrádečná zu kurzer Zeit eine selbständige Gemeinde, aber schon 1868 war sie eine Ortschaft Blatna.

 

     Ausser den beständig bewohnten Häusern waren hier 34 Objekte zur individuellen Erholung.

 

     Durch Aussiedlung der Deutschen senkte sich wesentlich die Einwohneranzahl und Hrádečná wechselte sich schrittweise in eine Erholungsstelle. Bis 1952 hatte es immer noch einen deutschen Namen, erst danach began man den Namen Hrádečná zu nutzen. Wegen sich immer mehr senkender Einwohneranzahl wurde Hrádečná 1956 zu Blatno angeschlossen.

 

Květnov

 

     Květnov, Teil von Blatno, liegt 7,2 km NNW von Chomutov in der Seehöhe 627 m . Auch wenn führt man oftI an, dass die erste Erwähnung  über Květnov aus dem Jahre 1552 kommt, die Ordenfolianten der Chomutov-Kommenda deutscher Ritter aus den Jahren 1382 - 1441 verzeichnen das Dorf Quynauw.

 

     Das Gebiet Květnovs ist im Norden und Osten mit dem Tal von Bílina begrenzt, das unter Orasín Telšské Tal und im Süden Tal von Malá voda, Květnovský potok genannt wird. Von drei, Květnov umgebenden, Hügeln, spielte die grösste Rolle in der Geschichte der Hügel Neustein mit der Ruine Neustein, Najštejn. Der steht auf der steilen Landzunge über dem ehemaligen Zusammenfluss beider Bäche, heute schon über Talsperre von Jirkov. Die Burg wurde von einem Kleinedelmann, wahrscheinlich Jetřich z Almsdorfu gegründet. Es ist sehr wahrscheinlich, dass zu dieser Burg auch das heutiges Květnovgebiet gehörte.

 

     Ausser den Eintragungen in Ordenfolianten haben wir aus dem 14. Und 15. Jh über Květnov keine näheren Berichte.

 

     Květnov wurde wirklich bekannt erst dank seinem Mariä Heimsuchung-Wallfahrtskirche, die beim Dorf ursprünglich als eine kleine gotische Kapelle aufgebaut wurde.

 

     1669 wurde für hiesige Kapelle erste Glocke aus sächsischem Freiberg beschafft. Sie hatte die Jahreszahl 1524 und kostete 90 Gulden. 1674 wurde Sakristei angebaut und die Orgel installiert. 1695 Jesuiten widmeten die Kanzel. Ein prismatischer Turm wurde an Südseite der Kirche 1685 angebaut und gleichzeitig wurde noch zweite Glocke beschafft. Der letzte Umbau der Kirche geschah nach der Hälfte des 18.Jhs.

 

     1903 wurden 3 Quellen erschlossen und Wasserleitungsnetz 1745 m lang aufgebaut. Elektrizität wurde hier aus dem Kadaň-Kraftwerk 1922 zugeführt.

 

     In den Jahren 1919 - 1920 stieg steil der Preis des Silbers. Das wollte die Firma Kräupl und Hartmann von Kadaň ausnutzen und schloss in Květnov die Grube auf. Die Ergebnisse waren jedoch nicht sonderlich und so die Bemühung sich durch Silberförderung zu bereichern ging leer aus.

 

     Noch den 13. August 1945 waren hier 126 Deutschen und nur ein Tscheche. Aussiedlung deutscher Bevölkerung entvölkerte dann das Dorf und es gelang es nicht mehr nachzusiedeln.

 

     Nach 1990 began auch hiesiges Leben langsam zu ändern. Eine Reihe der Häuser wurde repariert, darunter auch schöne Fachwerkhäuser und auch die Tradition der Juli-Květnov-Wallfahrten wurde erneuert. Den 9. Oktober 1999 die restaurierte Marienstatuette von Květnoc wurde wieder eingeweiht.

 

Mezihoří

 

 

     Mezihoří, früher Gerštofr und auf deutsch Gersdorf, liegt 9,4 km NNW von Chomutov in der Seehöhe 745 m entfernt. Meiste Häuser legen auf der, sich gegen Osten und Südosten, senkenden Anhöhe.

 

     Mezihoří gehört zu wenigen Lokalitäten, bei denen genau Entstehungsdatum bekannt ist. Es wurde den 10. Sept. 1577 gegründet.

 

     Tschechischer Name Mezihoří, der aus der Dorflage abgeleitet ist, wurde erst durch die Kundmachung des Innenministeriums vom 25. 4. 1952 Nr. 16 Sb festgelegt. Zu dieser Teit war Mezihoří schon seit einem Jahr Bestandteil von Blatno.

 

     Nach dem Dreissigjährigen Kriegs, der selbstverständlich auch Mezihoří befallen ist, lebten hier 1654 15 Häusler und 2 Hütten waren öde. Es waren hier keine Bedingungen für erfolgreiche Landwirtschaft, was sich auch aus Bewertung von Berní rula ergibt.

 

     Laut tschechischem Theresienkataster gab es im 18. Jh in Gersdorf eine Mühle mit einem Rad auf beständigem Wasser und eine Ölmühle mit 4 Stampfen. Das ist erste Erwähnung über hiesige Mühle, auch wenn die hier angeblich schon im 16. Jh gestanden sein soll.

 

     Seit 1789 hatte Gersdorf auch eine Einklassenschule. Vorher verlief der Unterricht in verschiedenen Privatschulen. Das Schulgebäude war so klein, dass in eine heutige Klasse ein ehemaliges Lehrzimmer, einschl. Wohnung des Lehrers eingeräumt werden könnte.

 

     Nicht einmal im 19. Jh. widmeten sich die Einwohner zu viel der Landwirtschaft, sondern sie sich eher an Viehzucht und Futteranbauen orientierten. Sie betrieben auch eine ganz erträgliche Milchwirtschaft. Absatzgebiet für Butter, Milch und Käse waren Chomutov und Jirkov. Es gab auch mehr Mühlen bei Gersdorf. Über eine berichtet man im Jahre 1845, wenn sie im Besitz der Familie Höfer war, 1860 andere Mühle wurde von Oswald Reim aufgebaut – bei der auch ein Sägewerk im Betrieb bis 1910 war. Die Ernährungsmöglichkeiten bot auch der Wald an – erweitert wurde Holzförderung und –bearbeitung sowie Waldfrüchtelesen. Verhältnismässig lange erhielt sich hier die Loheerzeugung aus Fichtenrinde.

 

     Schon vor dem Krieg wurden nach Mezihoří zwei Touristenwege – von Chomutov sowie von Jirkova bezeichnet. Auch Wettschiläufe fanden hier schon in den 30er Jahren des 20. Jhs statt. Zehner von Läufern nahmen damals daran Teil. Noch am Ende der 40er war hier eine kleine Sprungschanze, gleich wie in nicht weitem Blatno, im Betrieb.

 

     Die Einwohneranzahl began sich schon am Anfang des 20. Jhs zu senken und die Aussiedlung der Deutschen schloss sie ab. Auch wenn Gersdorf auch nach 1945 noch eine selbständige Gemeinde geblieben war, die Bevölkerung nahmen stets ab und die Situation war nicht mehr erhaltbar. Das Dorf wurde dafür 1951 zu Blatno angeschlossen.

 

     Ausser den 2 beständig bewohnten Häusern waren 1991 in Mezihoří noch 94 Erholungsobjekte. Das zeigt deutlich, dass Mezihoří auch heute ein sehr beliebter Erholungsort ist. Besonders im Winter ist es hier sehr lebhaft. Seit den 50er her sind hier Skilifte im Betrieb. Anfangs gab es nur einen, der schwere Eisenschlitten mit Schiläufer zog. Heute sind 2 Skilifte im Betrieb, zum Aufbereiten der Abhänge ist ein Raupenschlepper eingesetzt, bei Mangel an Schnee steht seit der Saison 1999/2000 auch ein Schneegeschütz zur Verfügung.

 

Radenov

 

 

     Radenov, früher Rodenau, Teil von Blatno, liegt 8,3 km NNW von Chomutov in der Seehöhe 682 m. Die Häuser befinden sich an beiden Seiten der Strasse von Chomutov nach Kalk.

 

Entstehung des Namens Radenov erklären Tschechen anders als Deutsche. Prof. Profous leitet ihn vom persönlichen Namen Raden ab, wo Suffix -ov den Hof, also Radenův dvůr bedeutet. Deutsche setzen jedoch den Namen aus dem Verb roden voraus.

 

     Nichts Näheres ist bekannt über Entstehung von Radenov. In der Chronik von Blatno wird erwähnt, dass zur Zeit (Ende des 13. Jhs), wenn der Deutschritterorden in Blatno seine Burg – Kommende baute, kam es auch zum Waldschlagen und dessen Verwandlung in Felder = Roden, auch in den Orten von späteren Radenov, wo sich die Waldarbeiter niederliessen.

 

     Diesem stand jedoch die Meinung von V. Kůrka wider, der in seinem Werk "Zur Kolonisation von Chomutov-Gebiet" voraussetzt, dass Gebiet von Radenov, gleich als von Šerchov, ursprünglich den Natscheraden – Besitzern von Chomutov, gehörte und dann ging es ins Vermögen von Herren von Almsdorf auf der Burg Neustein über. Von denen wurde das Gebiet in den Jahren 1368 -1386 angeblich von Deutschrittern aus Chomutov verkauft.

 

      In der zweiten Hälfte des 18. Jhs. gibt es Erwähnung über die Eisenerzgruben im Raum zwischen Radenov und Šerchov. Das Erz wurde ins Eisenwerk in Vysoká Pec geliefert.

 

     1850 wurde auch Radenov zeitlich eine sebständige Gemeinde, aber schon im jahre 1868 wird sie als Ortschaft von Blatno angegeben, bei dem sie schon geblieben war. Man ging dort in die Kirche und die Kinder in die Schule. Auch mit dem Postamt gehörte Radenov zu Blatno.

 

     1892 wurde hier Mariä Verkündigung eingeweihte Kapelle aufgebaut. Sie hatte den Altar mit Madonnenstatue und zwei Engeln an den Seiten aus der Hälfte des 18. Jhs. Die Kapelle war gleich geprägt, wie jene in benachbartem Šerchov und beide waren Mariä Verkündigung eingeweiht. Keine von beiden steht leider nicht mehr.

 

     Ausser den 10 beständig bewohnten Häusern waren zu 1999 in Radenov noch 28 Erholungsobjekte. Das beweist, dass auch Radenov verwandelte sich in einen beliebten Erholungsort.

 

Šerchov

 

     Šerchov, Teil von Blatno, auf deutsch Schergau, liegt auf dem südlichen Abhang des Erzgebirges, 5,5 km NNW von Chomutov  in der Seehöhe 568 m entfernt. Entstehung des deutschen Dorfnamens ist unklar. Im örtlichen Dialekt wurde es als "Schercha" ausgesprochen und deshal setzte K. Rösler voraus, er wird vom obersächsischen Wort "Scherrche" (schriftgemäss Scherung) abgeleitet. Das Wort hiess in übertragenem Sinn Verteilung.

 

     Über Entstehung Šerchovs erhielten sich keine konkreten Informationen. V. Kůrka setzt in seinem Werk Zur Kolonisation von Chomtuov-Gebiet voraus, dass auch Šerchov zu Waldrodengebieten von Natscheraden, die schrittweise ausverkauft und dann unbekannt wann genau und von wem durch den Deutschritterorden von Chomutov gekauft worden sind, gehörte. Es ist nur sicher, dass am Ende des 14. Jhs. Šerchov schon dem Orden gehörte.

 

     Nicht einmal über Šerchov wurde irgendeiner Bericht gefunden, der über Verlauf des Dreissigjährigen Krieges im Dorf aussagen würde. Als Berní rula von 1654 angibt, dass hiesige Häuser gut sind, keine Hütte öde ist und auch Viehanzahl ist genug hoch, das Dorf scheint nicht durch den Krieg zu viel beschädigt worden zu sein.

 

     Zwischen Šerchov und Radenov gab es kleinere Gruben an nach Vysoká Pec geliefertes Eisenerz.        

 

     Verhältnismässig lang erhielt sich hier die Schindelherstellung.

 

     Ausser den beständig bewohnten Häusern gibt es hier noch 15 Erholungsobjekte.

 

     Als die Dörfer 1850 selbständige Verwaltungseinheiten wurden, auch Šerchov wurde kürzlich ein Dorf. Aber schon 1868 ist es als die Ortschaft von Blatno erwähnt. 1880 wurde es wieder selbständig und seit 17. 5. 1954 gehört es wieder dauernd zu Blatno.

 

     Es ist sicher bemerkenswert, dass im Laubhain 400 m südöstlich von der Ortschaft entfernt eine gesetzlich geschützte grossblättrige Linde wächst, deren Stammumfang 560 cm, Höhe 25 m und Alter 300 Jahre beträgt.

 

 

Zákoutí

     Zákoutí, Teil von Blatno, noch heute mehr unter ursprünglichem Namen Bernov bekannt, auf deutsch Bernau liegt 10,5 km NNW von Chomutov über dem linken Ufer des Flusses Bílina. Meist von Häusern befinden sich in der Seehöhe rund 800m und das sind lauter Erholungsobjekte, entweder aus alten Hütten eingerichtet, oder auf den ursprünglichen Bauparzellen neugebaut. Die einzigen ständigen Einwohner leben unten bei der Strasse von Blatno nach Kalk in Nr 57 und in der ehemaligen Mühle , späterem Hegerhaus.

 

     Herkunft des Namens Bernov ist nicht klar gemacht. Chomutov-Heimatskunde vom Jahre 1898 führt eine romantische Version an, die auf das deutsche Wort Beere – borůvky hinweist, die sich häufig in der Umgebung von Bernov befanden. Dieses Wort ist auch in Mezihořský vrch – Beerhübel enthalten. Die Heimatkunde vom 1928 führt die zweite Version an – der Name Bernov könnte eher mit dem Wort Bär – medvěd zusammenhängen. Der tschechische Name Zákoutí wurde aus der Dorflage abgeleitet und man began ihn erst nach dem 3. Sept. 1951 benutzen.

 

     Erste Ansiedler von Bernov waren 12 Familien, die ein Stück Wald zur Bestellung bekamen. Diese Familien arbeiteten sowohl im Wald, als auch auf dem  und sie waren nicht fronpflichtig.

 

     Während des Dreissigjährigen Krieges war Bernov Zeugnis vieler Geplänkel zwischen kaiserischen und schwedischen Soldaten. Bei einem davon verbrannten die Schweden Bernov und erschlugen die Einwohner.

 

     In Bernov war nur eine kleine Kapelle – sie steht dort bisher und hiesige Hüttenhaberinnen sorgen dafür. Eine einklassige Schule wurde hier 1879 geöffnet und 40-50 Kinder gingen dorthin.

 

     Ausser 2 ständig bewohnten Häusern gibt es hier noch 54 Erholungsobjekte.

 

     Die Ereignisse am Ende der 30er und des Zweitenweltkrieges hatten selbstverständlich auch Bernov geprägt. Nach Aussiedlung der Deutschen blieben hier 1945 nur 29 Personen und auch diese nach 1968 meistens ins Deutschland weggegangen waren.

 

     Bernov war 1951 an Blatno angeschlossen und sein Name wurde in Zákoutí verwandelt.

 

     Eine Jagdhütte im nördlichen Rand von Zákoutí, später ein Jägerhaus und noch später ein Erholungszentrum von Staatswäldern war Zeugnis verschiedener Ereignisse. Drein trafen sich Henleins Machthaber, nach dem Krieg war sie zeitlich einprivates Erholungsobjekt, dann war dort für ein Paar Jahre lang ein internationales Studentenlager, dann gehörte sie den Jägern. Damals war hier eine kleine Schiessstätte an Bakelittauben. Nach 1990 wurde sie als ein Saisonrestaurant, bei dem auch ein kleiner Skilift zur Verfügung stand, ins Betrieb gesetzt.

 

Bibliographie:

 

Zdena Binterová - Od Kalku po Boleboř a Blatno, Chomutov 2000